27. Mai 2026
Sepolo PointGuard: Zustandsüberwachung für Weichenantriebe und Bahninfrastruktur
Weichen gehören zu den wichtigsten Assets in der Bahninfrastruktur. Wenn ein Weichenantrieb korrekt funktioniert, können Züge sicher und effizient durch Knotenpunkte, Depots, Abstellgleise und komplexe Gleisanlagen fahren. Wenn sich ein Weichenantrieb jedoch anders verhält als gewohnt, kann dies schnell betriebliche Auswirkungen haben: Verspätungen, Störungseinsätze, höherer Instandhaltungsdruck und im schlimmsten Fall Unterbrechungen des Betriebs. Die Schwierigkeit besteht darin, dass viele Probleme an Weichenantrieben nicht plötzlich auftreten. Sie beginnen oft mit kleinen Veränderungen. Eine Bewegung dauert etwas länger. Die Stromaufnahme steigt. Das Verhalten am Ende der Bewegung verändert sich. Der Motor arbeitet etwas schwerer als üblich. Die Weiche erreicht weiterhin ihre Endlage, weshalb das Problem leicht übersehen werden kann. Genau hier setzt PointGuard an.

Weichen gehören zu den wichtigsten Assets in der Bahninfrastruktur. Wenn ein Weichenantrieb korrekt funktioniert, können Züge sicher und effizient durch Knotenpunkte, Depots, Abstellgleise und komplexe Gleisanlagen fahren. Wenn sich ein Weichenantrieb jedoch anders verhält als gewohnt, kann dies schnell betriebliche Auswirkungen haben: Verspätungen, Störungseinsätze, höherer Instandhaltungsdruck und im schlimmsten Fall Unterbrechungen des Betriebs.
Die Schwierigkeit besteht darin, dass viele Probleme an Weichenantrieben nicht plötzlich auftreten. Sie beginnen oft mit kleinen Veränderungen.
Eine Bewegung dauert etwas länger. Die Stromaufnahme steigt. Das Verhalten am Ende der Bewegung verändert sich. Der Motor arbeitet etwas schwerer als üblich. Die Weiche erreicht weiterhin ihre Endlage, weshalb das Problem leicht übersehen werden kann.
Genau hier setzt PointGuard an.
Was ist PointGuard?
PointGuard ist eine Lösung zur Zustandsüberwachung von Weichen und Weichenantrieben. Sie erfasst, analysiert und lernt aus jeder einzelnen Weichenbewegung.
Statt einen Weichenantrieb nur als „funktioniert“ oder „funktioniert nicht“ zu betrachten, analysiert PointGuard das detaillierte Verhalten jeder Bewegung. Die Lösung speichert das elektrische Stromprofil, die Stellzeit, die Bewegungssignatur und die Betriebshistorie, damit Instandhaltungsteams verstehen können, wie sich das Asset im Zeitverlauf verhält.
Das Ziel ist einfach:
Jede Weichenbewegung wird zu verwertbarer Zustandsinformation.
PointGuard hilft Bahnbetreibern, Infrastrukturverantwortlichen und Instandhaltungsteams dabei, sich von reaktiver Störungsbehebung hin zu evidenzbasierter und vorausschauender Instandhaltung zu bewegen.
Warum die Überwachung von Weichenantrieben wichtig ist
Weichenantriebe sind mechanische und elektrische Systeme, die in anspruchsvollen Umgebungen arbeiten. Sie können durch viele Faktoren beeinflusst werden, darunter:
Mechanischer Widerstand
Blockierungen
Verschleiß
Fehlerhafte Einstellung
Motorzustand
Witterungseinflüsse
Temperaturveränderungen
Probleme mit der Stromversorgung
Schmierzustand
Gleisbewegungen
Alternde Komponenten
Eine klassische Inspektion kann den Zustand eines Assets zu einem bestimmten Zeitpunkt bestätigen. Zwischen zwei Inspektionen kann ein Weichenantrieb jedoch viele Male bewegt werden.
PointGuard ergänzt diese Inspektionen durch kontinuierliche betriebliche Nachweise. Jede Bewegung wird Teil der Zustandshistorie.
Aktuelles Stromprofil der Bewegung
Eine der wichtigsten Ansichten in PointGuard ist das aktuelle Stromprofil der Weichenbewegung.
Dieses Profil zeigt, wie viel elektrischer Strom während einer Bewegung aufgenommen wird. Die vertikale Achse zeigt den Strom in Ampere, die horizontale Achse zeigt die Sekunden innerhalb der Bewegung.
Eine gesunde Bewegung hat häufig eine erkennbare Form. Der Strom steigt an, stabilisiert sich während der Arbeitsphase und fällt anschließend ab, wenn die Bewegung abgeschlossen ist. Wenn Reibung zunimmt, der Motor stärker belastet wird oder sich die Mechanik anders verhält, kann sich dieses Stromprofil verändern.
PointGuard macht diese Veränderung sichtbar.
Das ist wichtig, weil ein Weichenantrieb seine Bewegung weiterhin abschließen kann, obwohl bereits erste Anzeichen einer Veränderung vorhanden sind.
Bewegungssignatur und Kennzahlen
PointGuard speichert nicht nur ein Diagramm. Die Lösung extrahiert auch erklärbare Kennzahlen aus der Bewegungssignatur.
Beispiele sind:
RMS-Strom: eine zusammenfassende Kennzahl für die effektive Stromaufnahme
P90-Strom: der Stromwert, unter dem 90 Prozent der Messpunkte liegen
Fläche: Strom über Zeit, als Hinweis auf den elektrischen Aufwand
Ramp down: wie der Strom gegen Ende der Bewegung abfällt
Tail: das Verhalten am Bewegungsende
Clipped percentage: ob Teile des Signals Messgrenzen erreichen
Samples: die Anzahl der Messpunkte im Profil
Diese Kennzahlen ermöglichen es PointGuard, eine Bewegung mit früheren Bewegungen zu vergleichen und zu erkennen, ob das Verhalten stabil bleibt oder sich verändert.
Stellzeit-Trend
Die Stellzeit ist einer der klarsten Indikatoren für Instandhaltungsteams.
Wenn ein Weichenantrieb normalerweise etwa 4,8 Sekunden benötigt und dann beginnt, 5,9 Sekunden zu brauchen, ist diese Abweichung relevant. Sie beweist für sich allein noch keinen Fehler, ist aber ein Hinweis darauf, dass das Asset genauer betrachtet werden sollte.
PointGuard verfolgt die Stellzeit über den Tag und über längere Zeiträume. Dadurch wird sichtbar:
Normales Stellverhalten
Spitzenwerte
Ausreißer
Allmähliche Drift
Wiederholt langsame Bewegungen
Veränderungen nach Instandhaltung
Assets, die von ihrer eigenen Basislinie abweichen
Der wichtigste Punkt ist: die eigene Basislinie. PointGuard vergleicht nicht einfach alle Weichenantriebe mit einem generischen Durchschnitt. Die Lösung lernt, was für das einzelne Asset normal ist.
KI-gestützte Stellzeitprognose
PointGuard enthält KI-gestützte Analysen zur Vorhersage der Stellzeit.
Das System kann die jüngere Historie auswerten, Trendverhalten berechnen und eine erwartete zukünftige Bewegungsdauer abschätzen. Für Instandhaltungsteams entsteht dadurch ein frühes Planungssignal.
Die Prognose ist kein magisches Versprechen, dass eine Komponente an einem bestimmten Datum ausfallen wird. So sollte KI in der Bahninstandhaltung nicht eingesetzt werden.
Stattdessen hilft PointGuard dabei, praktische Fragen zu beantworten:
Ist dieses Asset stabil?
Verändert sich die Stellzeit?
Sind aktuelle Bewegungen ungewöhnlich?
Sollte dieser Weichenantrieb vor der nächsten geplanten Inspektion überprüft werden?
Welche Assets verdienen zuerst Aufmerksamkeit?
Genau hier wird KI nützlich: nicht als Ersatz für technische Erfahrung, sondern als Werkzeug, um Aufmerksamkeit gezielt zu lenken.
Vorgeschlagene Anomalien und menschliche Überprüfung
PointGuard enthält einen Workflow für vorgeschlagene Anomalien.
Wenn das System erkennt, dass eine Bewegung von der gelernten Basislinie abweicht, kann es eine Anomalie zur Überprüfung vorschlagen. Der Nutzer kann den Zyklus prüfen, ihn mit Basiswerten vergleichen, den Z-Score betrachten und entscheiden, was zu tun ist.
Der Workflow unterstützt Aktionen wie:
Zyklus ansehen
Bestätigen und klassifizieren
Verwerfen
Das ist wichtig, weil Bahninstandhaltung kein vollständig automatischer Entscheidungsprozess ist. Kontext zählt. Ein Signal kann ungewöhnlich, aber erklärbar sein. Ein anderes Signal kann auf ein echtes Instandhaltungsproblem hinweisen.
Indem Nutzer Anomalien bestätigen, klassifizieren oder verwerfen können, entsteht ein Human-in-the-loop-Lernprozess. Das System wird mit der Zeit nützlicher, weil das Team ihm beibringt, welche Veränderungen relevant sind.
Von der Überwachung zum Instandhaltungsprozess
PointGuard ist nicht nur ein Werkzeug zur Darstellung von Diagrammen. Der Wert entsteht dadurch, dass Zustandsdaten mit operativen Instandhaltungsentscheidungen verbunden werden.
Ein sinnvoller PointGuard-Workflow sieht so aus:
Bewegung erfassen
Stromprofil erstellen
Kennzahlen der Bewegungssignatur extrahieren
Mit der gelernten Basislinie vergleichen
Anomalien in Stellzeit oder Profil erkennen
Vorgeschlagene Anomalien überprüfen
Relevante Ereignisse klassifizieren
Instandhaltung priorisieren
Historie für Nachverfolgung und Reporting nutzen
So erhalten Instandhaltungsteams einen strukturierteren Weg von Rohsignal zu Handlung.
Datenzugriff: API, Power BI, Webhooks und mobile Apps
PointGuard-Daten sollten nicht in einer einzelnen Ansicht eingeschlossen sein.
Die Plattform ist so aufgebaut, dass Daten über mehrere Kanäle zugänglich sind:
API-Zugriff für Integrationen und Unternehmenssysteme
Microsoft Power BI für Dashboards und Reporting
Webhooks für automatisierte ereignisgesteuerte Workflows
Mobile Apps für Außendienstteams und Vor-Ort-Prüfungen
Das ist wichtig, weil Bahnorganisationen häufig bereits Systeme für Asset Management, Instandhaltungsplanung, Reporting und operative Workflows einsetzen. PointGuard ist am wertvollsten, wenn seine Daten diese bestehenden Prozesse unterstützen können.
Im produktiven Einsatz mit RapidRail KL
PointGuard wurde in Zusammenarbeit mit RapidRail KL in Kuala Lumpur, Malaysia, entwickelt und befindet sich bereits im produktiven Einsatz.
Das ist ein wichtiger Punkt.
Es handelt sich nicht nur um eine theoretische Idee zur vorausschauenden Instandhaltung. PointGuard wurde mit echtem Feedback aus dem Bahnbetrieb geformt und wird in einem produktiven Umfeld eingesetzt.
Für neue Bahnkunden bedeutet das: Es geht nicht darum, ein Konzept von Grund auf zu erfinden, sondern ein bereits lebendes Produkt und einen bestehenden Workflow an die jeweiligen Assets, Prozesse und Instandhaltungsprioritäten anzupassen.
Wer sollte sich PointGuard ansehen?
PointGuard ist relevant für Organisationen, die verantwortlich sind für:
Weichenantriebe
Weichen
Depotweichen
Hauptstrecken-Knotenpunkte
Light-Rail-Infrastruktur
Metro-Infrastruktur
Bahninstandhaltungsverträge
Condition-Monitoring-Programme
Predictive-Maintenance-Projekte
Asset-Reliability-Programme
Besonders relevant ist PointGuard dort, wo Teams frühere Warnsignale, bessere Nachweise und klarere Instandhaltungspriorisierung benötigen.
Warum PointGuard anders ist
Die eigentliche Stärke von PointGuard liegt in der Kombination mehrerer Ebenen:
Rohdaten des Stromprofils
Erklärbare Bewegungssignatur-Kennzahlen
Stellzeitverfolgung
KI-gestützte Prognose
Vorgeschlagene Anomalien
Menschliche Bestätigung und Klassifizierung
API- und Reporting-Zugriff
Mobile und operative Workflow-Unterstützung
Das bedeutet: PointGuard zeigt nicht nur Daten. Die Lösung hilft Teams zu verstehen, was sich verändert hat und was Aufmerksamkeit verdient.
Abschließender Gedanke
Instandhaltungsteams im Bahnbereich wissen bereits, dass Weichenantriebe kritisch sind. Die Herausforderung besteht darin, ihnen bessere Nachweise zu geben, bevor ein Problem zu einer Betriebsstörung wird.
PointGuard hilft, indem jede Bewegung zu einem Zustandsdatensatz wird.
Die Lösung zeigt, wie sich die Weiche bewegt hat, wie lange die Bewegung dauerte, wie viel Strom verbraucht wurde, wie die Bewegung im Vergleich zur gelernten Basislinie aussieht und ob der Trend darauf hinweist, dass sich etwas verändert.
Für Bahninfrastruktur ist das der Unterschied zwischen einem Weichenantrieb als binärem Asset und einem Weichenantrieb als lebendem operativen System.
PointGuard ist für diese Zukunft gebaut: praktisch, erklärbar und darauf ausgerichtet, Bahnteams früher bessere Instandhaltungsentscheidungen zu ermöglichen.